MES · Hausgerätefertigung
MES-Plattform vom Pilotwerk zum Konzernstandard
MES als IT-Service vom Pilotwerk zum Konzernstandard, mit ERP-Anbindung, Schnittstellenkonzept und werksweisem Rollout. Praxisbeispiel unseres Gründers.
- Werke produktiv (Stand 2022)
- 18 weltweit
- Geführtes Team
- 6 + 5 Personen
- Budgetverantwortung
- Siebenstellig
Dieses Praxisbeispiel stammt aus einem Projekt, das unser Gründer in verantwortlicher Rolle bei einem Hersteller bzw. Zulieferer umgesetzt hat, nicht im Auftrag von Amperbytes AI. Kundennamen nennen wir aus Vertraulichkeitsgründen nicht.

In einem Projekt unseres Gründers bei einem Hausgerätehersteller (2019 bis 2022) wurde eine MES-Plattform vom Pilotwerk zum Konzernstandard ausgebaut, mit ERP-Anbindung und einheitlichem Schnittstellenkonzept. Zum Ende seiner Projektrolle arbeiteten 18 Werke weltweit produktiv damit.
Ausgangslage
Ein Konzern der Hausgerätefertigung hatte in einem Pilotwerk ein Manufacturing Execution System (MES) eingeführt. Das MES steuert und dokumentiert die Fertigung zwischen der Planung im Enterprise-Resource-Planning-System (ERP) und den Maschinen in der Linie. Der Pilot lief. Jedes weitere Werk hätte ohne gemeinsame Basis aber wieder seine eigene Lösung gebaut: eigene Schnittstellen, eigene Prozesse, eigene Betreuung. Ein Konzernstandard ist dabei mehr als ein Software-Rollout. Er muss die Prozesse der Werke abbilden, die Schnittstellen zu ERP und Maschinen beherrschen und dauerhaft betrieben werden.
Aufgabe
Das MES sollte als IT-Service vom Pilotwerk zum unternehmensweiten Standard werden. Das bedeutete: eine Architektur, die für alle Werke trägt, ein Rollout, der Werk für Werk funktioniert, und ein Team, das Entwicklung und Support über Zeitzonen hinweg leistet.
Lösung
Als Product Owner MES Smart Factory führte unser Gründer ein 6-köpfiges Team in Deutschland sowie ein 5-köpfiges Support-Team in Indien fachlich, mit siebenstelliger Budgetverantwortung.
- Architektur, Roadmap und Backlog. Zuerst wurde die Zielarchitektur für den Konzernstandard festgelegt und daraus eine Roadmap über die Werke abgeleitet. Das Backlog war so priorisiert, dass jedes Werk auf dem Stand des vorherigen aufsetzen konnte.
- ERP-Anbindung. Die Anbindung an das ERP-System wurde als Bestandteil des Standards konzipiert, nicht je Werk neu.
- Schnittstellenkonzeption. Für Maschinen, Umsysteme und Datenaustausch konzipierte das Team Schnittstellen mit REST, SOAP, XML und FTP. Nicht jedes Werk hat dieselben Systeme, deshalb brauchte der Standard definierte Varianten statt Sonderlösungen.
- Integrationstests und Go-Live-Begleitung. Vor jedem Go-Live wurden die Schnittstellen im Zusammenspiel getestet. Die Go-Lives begleitete das Team, bis das Werk stabil lief.
- Workshops und Präsentationen. Engineering und Management wurden in Workshops einbezogen, der Stand regelmäßig präsentiert. Ein Standard setzt sich nur durch, wenn die Werke ihn verstehen und mittragen.
- Werksweiser Rollout. Der Rollout erfolgte Werk für Werk. Erkenntnisse aus jedem Go-Live flossen in den Standard und in das nächste Werk ein.
Ergebnis
Zum Ende der Projektrolle unseres Gründers (2022) arbeiteten 18 Werke weltweit produktiv mit dem MES. Es gab einen Standard statt Insellösungen: eine Architektur, eine Schnittstellenwelt, ein Team für Entwicklung und Support. Neue Anforderungen kamen allen Werken zugute statt nur einem. Entwicklung und Support liefen über die Teams in Deutschland und Indien, mit klarer Aufgabenteilung zwischen Weiterentwicklung und Betrieb. Beim selben Hersteller entstand parallel die Cloud-Plattform für Produktionssteuerung und Firmware-Flashing.
Erkenntnisse aus dem Projekt
- Ein Pilot beweist, dass etwas funktioniert. Ein Standard entsteht erst, wenn Architektur, Schnittstellen und Betrieb für alle Werke gedacht sind.
- Schnittstellen sind der Ort, an dem Rollouts scheitern oder gelingen. Sie verdienen Konzeption und Integrationstests vor jedem Go-Live.
- Workshops mit Engineering und Management sind kein Beiwerk. Sie entscheiden, ob ein Werk den Standard annimmt oder umgeht.
Übertragbar auf Ihr Vorhaben
Wir begleiten heute Einführung und Rollout von MES-Lösungen, von der Architektur bis zur Go-Live-Begleitung, siehe MES und Produktions-IT. Die wichtigsten Lehren aus diesem Rollout stehen im Artikel MES-Einführung: 7 Lektionen aus dem Werks-Rollout, die Abgrenzung zum ERP-System unter MES vs. ERP. Wenn Ihr MES über das Pilotwerk hinauswachsen soll, sprechen Sie uns an.
Aufgeschrieben vom Gründer von Amperbytes AI.