Eine KI-Schulung lohnt sich, wenn danach anders gearbeitet wird: Das Team weiß, welche Daten in welches Werkzeug dürfen, prüft Ergebnisse und nutzt gemeinsame Vorlagen. Dafür muss der Kurs zu Ihren Werkzeugen, Regeln und Aufgaben passen.
Welcher Kurs für wen?
Meist braucht es zwei Ebenen: Grundregeln für alle, die KI nutzen, und mehr Tiefe für Multiplikatoren, die Vorlagen bauen und Fragen im Team beantworten.
| Kriterium | Einsteigerkurs | Tageskurs | Schulungspaket |
|---|
| Zielgruppe | alle, die KI nutzen oder bald nutzen sollen | Mitarbeitende mit ersten KI-Erfahrungen, ohne Programmierkenntnisse | Belegschaft und Multiplikatoren |
| Dauer | 2 Stunden | 1 Kurstag | 2 Stunden und 1 Kurstag |
| Gruppengröße | bis 20 Personen | bis 12 Personen mit eigenem Laptop | bis 20 und bis 12 Personen |
| Inhalte | Grenzen von KI, Datenregeln, Prompt-Regeln, Ergebnisse prüfen, Kennzeichnung | Prompt-Techniken, Dokumente, Tabellen, Recherche mit Quellen, Vorlagen und Assistenten | beide Kurse, aufeinander abgestimmt |
| Ergebnis | gemeinsame Grundregeln, Kurzanleitung | persönliche Prompt-Bibliothek, Abläufe an eigenen Aufgaben | Grundregeln für alle, Vertiefung für Multiplikatoren |
| Festpreis netto, ganze Gruppe | 900 € je Termin | 1.900 € je Termin | 2.500 € für beide Termine (einzeln 2.800 €) |
Führungskräfte besuchen den Einsteigerkurs am besten mit ihrem Team, weil sie über Freigaben entscheiden und die Regeln vorleben. Geht es um die Frage, welche Anwendungsfälle sich lohnen, passt eine KI-Potenzialanalyse besser. Entwicklerteams brauchen andere Inhalte, etwa Review-Regeln für generierten Code; dafür gibt es Enablement am eigenen Repository.
Was in eine KI-Grundlagenschulung gehört
Art. 4 KI-VO schreibt keinen Lehrplan vor. Die EU-Kommission nennt in ihren Fragen und Antworten zur KI-Kompetenz aber vier Punkte, die Unternehmen mindestens berücksichtigen sollten:
- Allgemeines Verständnis: was KI ist, wie sie funktioniert, welche KI im Unternehmen genutzt wird und welche Chancen und Gefahren sie birgt.
- Rolle des Unternehmens: ob es KI-Systeme anbietet oder, wie bei gekauften Werkzeugen üblich, betreibt.
- Risiko der Systeme: Ein Werkzeug für Werbetexte braucht andere Regeln als eines, das Bewerbungen vorsortiert.
- Zuschnitt auf das Personal: Vorwissen, Erfahrung und Ausbildung bestimmen Tiefe und Beispiele.
Als typischen Fall nennt die Kommission Beschäftigte, die ChatGPT für Werbetexte oder Übersetzungen nutzen. Sie sollten über konkrete Risiken informiert werden, etwa über Halluzinationen, also sachlich falsche, aber plausibel formulierte Antworten. Deshalb üben beide Kurse das Prüfen von Zahlen und Quellen.
Vor dem Kurs klären: Werkzeuge, Konten, Datenregeln
- Welche Werkzeuge sind freigegeben? Geschult wird, was danach genutzt werden darf, etwa ChatGPT, Microsoft 365 Copilot, Google Gemini oder Claude.
- Welche Konten gelten? Ein privates Konto ist ein Vertrag zwischen der Person und dem Anbieter; Ihr Unternehmen hat dann keinen Auftragsverarbeitungsvertrag.
- Welche Daten dürfen wohin? Für den Anfang reicht eine Einteilung in öffentlich, intern und vertraulich, jeweils mit dem erlaubten Werkzeug.
- Welche Aufgaben? Zwei bis drei typische Aufgaben je Abteilung, ohne vertrauliche Daten, werden zum Übungsmaterial.
Wo ein Betriebsrat besteht, sollte er früh eingebunden werden.
Inhouse-Kurs oder offenes Seminar: eine Beispielrechnung
Offene KI-Tagesseminare in München kosten laut veröffentlichten Anbieterpreisen 490 bis 695 Euro pro Person (Stand 08.10.2026). Für zwölf Mitarbeitende sind das auch mit veröffentlichten Gruppenrabatten rund 5.900 bis 7.100 Euro, meist mit allgemeinen Beispielen statt mit Ihren Werkzeugen. Unser Tageskurs kostet für bis zu 12 Personen 1.900 Euro je Termin, der Einsteigerkurs 900 Euro, bei 20 Teilnehmenden also 45 Euro pro Kopf. Ein offenes Seminar passt besser, wenn nur ein oder zwei Personen lernen sollen.
Dokumentieren ohne Zertifikat, dranbleiben nach dem Kurs
Ein Zertifikat verlangt Art. 4 nicht; laut Kommission können Unternehmen Schulungen und andere Maßnahmen intern festhalten. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, Art, Inhalt und zeitlichen Umfang der Maßnahmen sowie das teilnehmende Personal zu dokumentieren. Dafür erhalten Sie nach jedem Termin Teilnahmebestätigung, Teilnehmerliste und Inhaltsübersicht. Eine Schulung kann so eine Maßnahme nach Art. 4 sein, deckt aber nur die behandelten Werkzeuge und Personen ab. Den Rahmen beschreibt unser Artikel zur KI-Verordnung im Mittelstand.
Danach zählt der Alltag: Halten Sie die Spielregeln in einer kurzen KI-Richtlinie fest, benennen Sie Ansprechpersonen und frischen Sie das Wissen auf, sobald ein neues Werkzeug freigegeben wird.
Quellen und Rechtsstand
Rechtsstand 7. Oktober 2026. Grundlagen: Bundesnetzagentur, KI-Kompetenz und EU-Kommission, Fragen und Antworten zur KI-Kompetenz (zuletzt aktualisiert am 27.07.2026). Seminarpreise: veröffentlichte Angebote für Seminare in München, abgerufen am 08.10.2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.